Fachwissen Wertpapiere - TARGET2 Securities (T2S)

TARGET2 Securities (T2S) ist eine vom Europäischen System der Zentralbanken (ESZB) für Börsen- und Over the Counter- Geschäfte innerhalb der EU Mitgliedsstaaten angebotene technische Abwicklungsplattform, auf der sich sowohl die Wertpapierkonten der teilnehmenden europäischen Zentralverwahrer (CSD) als auch die Zentralbankgeldkonten der angeschlossenen europäischen Notenbanken zwecks Durchführung von Wertpapierabwicklungsinstruktionen in sicherem Zentralbankgeld in Euro und anderen Währungen (Settlement Services in Stücke und Geld) befinden.


Selbstverständlich können via T2S auch Wertpapiertransaktionen reguliert werden, deren Übertragung anhand einer ISIN (International Securities Identification Number) frei von Zahlung (Payment Free of Delivery, PFoD) von Bank zur Bank erfolgt.

Die Verwahrung und Verwaltung der Wertpapierbestände obliegt weiterhin den Zentralverwahrern und ist nach wie vor in deren Systemen (Depot A = Eigendepot für Banken, Depot B = Fremddepot für Kunden inklusive eventuell erforderliche Depots für Sicherheiten) entsprechend abzubilden.

Den CSDs obliegt also weiterhin die Bearbeitung von Kapitalmaßnahmen (Corporate Actions) und somit auch eine nachvollziehbare Anpassung der daraus resultierenden Veränderungen in den T2S Beständen sowie der Transfer von Zahlungen aus Corporate Actions von TARGET2 PM Konten nach T2S DCA Konten. Auch die Abwicklung von Erträgnissen und alle anderen Zahlungen aus Kapitaldiensten erfolgen weiterhin über den Zentralverwahrer

Mit der Gemeinschaftsplattform T2S wird - auf Basis einer Verbindung zu einer bereits fortgeschrittenen Entwicklung des Individualzahlungsverkehrssystems TARGET2 - die Zielsetzung verfolgt, das Wertpapiersettlement in Europa zu harmonisieren, bestehende Risiken zu minimieren sowie zu einem kostengünstigeren und stabileren Finanzmarkt beizutragen.

Um die Ziele zur Schaffung eines integrierten einheitlichen Wertpapiermarkts für Finanzdienstleistungen zu erreichen, wurden vom Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) die Deutsche Bundesbank, die Banco de España, die Banque de France und die Banca d’Italia mit der Entwicklung und dem Betrieb von T2S beauftragt.

Letztendlich sollen die Marktteilnehmer über die Zentralverwahrer auf die Wertpapiere in einer Art und Weise zugreifen können, die keine nationalen und regionalen Unterschiede erlaubt.

Der Preis für eine Lieferung gegen Zahlung Abwicklung über TARGET2 Securities (T2S) wurde vom EZB-Rat bis zum Dezember 2018 auf 15 Cent pro Instruktion festgesetzt. Die T2S Entgelte dürfen des Weiteren von 2019 bis September 2022 um nicht mehr als 10 % pro Jahr erhöht werden.

 

Beim T2S Projekt geht der EZB Rat von einer vollständigen kostendeckenden 7-jährigen Amortisationszeit aus.

An den vorrangig an Zentralverwahrer gerichteten T2S Service nehmen insgesamt 24 CSDs (davon 6 mit Sitz außerhalb des Euroraums) teil. Damit soll durch TARGET2 Securities die Abwicklung von Wertpapiertransaktionen in Zentralbankgeld auf Basis Lieferung gegen Zahlung (Delivery versus Payment, DvP) für nahezu alle in Europa gehandelten Wertpapiere ermöglicht werden.

Termine für die Migration der Zentralverwahrer auf T2S

Datum

Land

Central Securities Depository (CSD)

22.06.2015

» Griechenland

BOGS (Bank of Greece Securities Settlement System)

» Italien

Monte Titoli S.p.A.

» Malta

Malta Stock Exchange

» Rumänien

Depozitarul Central S.A.

» Schweiz

SIX SIS Ltd. (ehemals: SIS SegaInterSettle AG)

28.03.2016

» Belgien

NBB-SSS (National Bank of Belgium Securities Settlement System)

» Belgien,
   Frankreich,
   und Niederlande

Euroclear Settlement of Euronext zone Securities

(Euroclear ESES =

- Euroclear Belgium

- Euroclear France
- Euroclear Nederland)

» Portugal

Interbolsa (Sociedade Gestora de Sistemas de Liquidação e de Sistemas Centralizados de Valores Mobiliários, S.A.)

12.09.2016

» Deutschland

Clearstream Banking Frankfurt AG (CBF)

» Luxemburg

LuxCSD S.A.

» Luxemburg

VP LUX S.á.r.l.

» Österreich

OeKB (Österreichische Kontrollbank AG)

» Dänemark

VP Securities A/S

» Ungarn

KELER (Központi Elszámolóház és Értéktár Zrt.)

06.02.2017

» Spanien

Iberclear (BME Group)

» Finnland

Euroclear Finland

» Slowakei

CDCP SR (Centrálny depozitár cenných papierov SR

» Estland

AS Eesti Väärtpaberikeskus

» Litauen

AB LCVPD (Lietuvos centrinis vertybinių popierių depozitoriumas)

» Slowenien

KDD (Centralna klirinško depotna družba)

» Lettland

Lettische CSD

» Belgein

BNY Mellon CSD

Hinweis:

Der dänische Zentralverwahrer VP Securities nimmt an T2S sowohl für die Abwicklung in dänischer Krone als auch in Euro teil. Dieses wird nur möglich, wenn sich die jeweilige Zentralbank zuvor bereit erklärt, ihre Landeswährung in T2S verfügbar zu machen.

 

Im Einvernehmen mit ihren Zentralbanken bekräftigten auch die Zentralverwahrer von Litauen (AB LCVPD) und Schweden in T2S zusätzlich zur Abwicklung in der Währung Euro auch eine Abwicklung in ihrer nationalen Währung vorzusehen.

 

Bei den weiteren nicht zu dem Euro-Währungsgebiet angehörenden Staaten handelt es sich um die Länder Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Vereinigtes Königreich (Großbritannien), Island und Schweiz.

Die deutschen Kreditinstitute, die an der geldlichen Verrechnung von Clearstream Banking Frankfurt AG (CBF) teilnehmen und dieses auch zukünftig eigenständig fortführen möchten, müssen einen Tag nach der CBF Migration ebenfalls auf die T2S Plattform migrieren, d.h. dort insbesondere für die Bereitstellung der Liquidität für die anstehenden Wertpapiertransaktionen eigene Zentralbankgeldkonten (Dedicated Cash Accounts; sog. DCAs) führen.

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T2S Konzeption

Mit der Einführung von TARGET2 Securities (T2S) erfolgt auf dem europäischen Kapitalmarkt eine harmonisierte Abwicklung von Wertpapiertransaktionen in Zentralbankgeld auf Basis Lieferung gegen Zahlung für nahezu alle in Europa gehandelten Wertpapiere.


Institute, die direkt an T2S anbinden (Stand 2013; laut von ECB veröffentlichen Liste)

» ABN AMRO Clearing Bank NV

» HSBC Trinkaus & Burkhardt AG

» Banca Aletti & C.S.p.A.

» Iccrea Banca S.p.A.

» Banco Popolare - Società Cooperativa

» IntesaSanpaolo

» Bankhaus Ellwanger & Geiger KG

» Istituto Centrale delle Banche Popolari

   Italiane S.p.A

» Barclays

» biw Bank für Investments und Wertpapiere

» JP Morgan

» BNP PARIBAS SA

» LCH. Clearnet Ltd

» BNPP Securities Services

» LCH. Clearnet SA

» CACEIS

» National Bank of Greece SA

» Citi

» Natixis

» Clearstream Banking SA

» Parel

» Deutsche Bank

» SGSS S.p.A.

» EMCF N.V.

» Société Générale S.A.

» Eurex Clearing AG

» TARGOBANK AG & Co. KGaA

» Euroclear Bank SA/NV

» The Bank of New York Mellon SA/NV

» Hellenic Exchanges S.A. Holding, Clearing

   Settlement and Registry (HELEX)

» Unicredit Bank Austria Vienna

Die direkte Anbindung an TARGET2 Securities ist entweder über SWIFT und/ oder über SIA/Colt möglich und erfordert bei den teilnehmenden Zentralverwahrern und sonstigen Instituten eine Anpassung von Schnittstellen und Prozesse und bei den Nachfragern nach Custody Dienstleistungen ein verändertes Settlementverhalten

Technische Anbindung an TARGET2 Securities

Application To Application (A2A) via SIA Colt/ SWIFT 1) und 3)

» durch ICM unter Nutzung der TARGET2 Standardservices (Core Services) 4)

» durch ICM unter Nutzung der TARGET2 Zusatzservices (Value Added Services; sog. VAS) 5)

» durch direkte Anbindung 6)

User To Application (U2A) via SIA Colt/ SWIFT 2) und 3)

» durch ICM unter Nutzung der TARGET2 Standardservices (Core Services) 4)

» durch ICM unter Nutzung der TARGET2 Zusatzservices (Value Added Services; sog. VAS) 5)

» durch direkte Anbindung 6)

Erläuterungen:

1) A2A =  Kommunikation zwischen zwei Softwareanwendungen, wobei eine davon im Hause
   der Deutschen Bundesbank vorhanden ist.

 

2) U2A = Kommunikation via Browser/ ExtraNet der Deutschen Bundesbank, wobei der Benutzer die zur Verfügung gestellten Eingabemasken manuell nutzen kann.

3) Die Nutzung von T2S Client Collateralisation erfordert zwingend eine U2A Anbindung, die Nutzung von Auto Collateralisation erfordert hingegen zwingend eine A2A Anbindung

 

4) Die Nutzung der TARGET2 Standardservices ermöglicht ein Liquiditätsmonitoring , Liquiditätstransfers von T2S an TARGET2 sowie Debit/Credit Buchungsanzeigen für das PM Konto (MT 900/910)

 

5) Die Nutzung von der TARGET2 Zusatzservices ermöglicht via SWIFT Anbindung neben den unter Nr. 4) genannten Services auch einen Liquiditätstransfer von T2S nach TARGET2 sowie Kontostandsanzeigen für die an das PM Konto angebundenen DCA

 

6) Einer direkte Anbindung ermöglicht neben den unter Nr. 4) und Nr. 5) genannten Services für den DCA: Umsätze, Cash Forecast, Kontoauszug  sowie Abfrage und Steuerung von auf den DCA definierten Reservierungen

Kreditinstitute mit einer direkten technischen Anbindung können ihre Wertpapierinstruktionen in T2S einstellen. Alternativ hierzu können Kreditinstitute aber auch den Weg eines indirekten Zugriffs auf T2S über das Wertpapierabwicklungssystem des Zentralverwahrer wählen, was wiederum eine entsprechende abgeschlossene rechtliche Vertragsvereinbarung voraussetzt.

Im Zusammenspiel mit TARGET2 wird TARGET2 Securities (T2S) mit der benötigten Liquidität in EUR versorgt. In T2S kann anschließend eine Wertpapierabwicklung in Zentralbankgeld erfolgen. Gleichwohl wird über T2S die Anpassung der Kreditlinie in TARGET2 veranlasst und Bereitstellung von Informationen zur Selbstbesicherung für die zu mobilisierenden Sicherheiten unterstützt.

Das TARGET2 Securities System verfügt zudem über eine eigene Informations- und Steuerungsanwendung, mit der T2S Teilnehmer einen Zugriff auf sein Dedicated Cash Account (DCA) und auf das Liquiditätsmanagement enthält.

Voraussetzung für eine Wertpapierabwicklung in Zentralbankgeld auf T2S

Dedicated Cash Account

(DCA)

Geldkonto

» Von nationalen Zentralbank eingerichtet und geführt

» Verbunden mit TARGET PM Konto, welches bei Nutzung von T2S

   Auto Collateralisation mit Kreditlinie ausgestattet sein muss

» Party BIC: Hinterlegung BIC11 des Zentralbankkunden

» Payment Bank kann pro T2S Party mehrere DCA eröffnen, sofern

   hinterlegter BIC11 bei allen DCA identisch ist

Securities Account

(SAC)

Wertpapierkonto

» Vom Zentralverwahrer (CSD) eingerichtet und geführt

» Party BIC: Hinterlegung BIC11 des CSD Kunden

» Ein CSD Participant kann mehrere SACs eröffnen

» SAC kann nur über CMB einem DCA zugeordnet werden

Credit Memorandum Balance (CMB):

Steuerungsinstrument für Liquiditätsfluss zwischen DCA und SAC

» Primary CMB wird von Zentralbank vergeben und ermöglicht

   Nutzung von T2S Auto Collateralisation

» Secondary CMB kann zusätzlich für die Nutzung von

   T2S Client Collateralisation mit drei Limits eingerichtet werden

 

Anmerkung: Bei einer BIC8 Übereinstimmung von SAC und DCA muss die Primary CMB (ansonsten die Secondary CBM) Verbindung genutzt werden

T2S Auto Collateralisation

T2S Auto Collateralisation ist ein bei einer Zentralbank zu beauftragender Service, der nur bei Bedarf innertags automatisch eine ausreichende Liquidität auf einem DCA zur Verfügung stellt, um anstehende Delivery versus Payment Settlementinstruktionen abwickeln zu können.

Dieser Vorgehensweise liegt ein Innertageskredit zu Grunde, der vom jeweiligen Geschäftspartner durch die Stellung von im Besitz befindlichen zulässigen Sicherheiten mit gleichzeitiger Verpfändung an die nationale Zentralbank – jedoch maximal bis zur Höhe der verfügbaren Sicherheiten - in Anspruch genommen wird und innerhalb des gleichen Geschäftstages auszugleichen ist. Für den Fall, dass ein TARGET2 Innertageskredit nicht ausgeglichen wird, werden ab 18.00 Uhr Zinsen für einen Übernachtkredit erhoben.

An eine Zentralbank können nur notenbankfähige Sicherheiten verpfändet werden, deren Abwicklung über einen SAC erfolgt. Der SAC muss wiederum über einen primary CMB mit einem DCA verknüpft sein. Des Weiteren muss dem DCA vorab ein TARGET2 PM Konto zugeordnet werden.

Dieser Vorgang kann nur über separate Depotunterkonten, die in den T2S Stammdaten entsprechend hinterlegt sind, erfolgen. Die Wertpapiereingänge auf diesen sogenannten Collateral Source Accounts werden von T2S mit dem Positionstypen EEUR oder EXXX gekennzeichnet. Der durch Wertpapiere zu besichernde Umfang wird der Höhe nach durch die benötigte zusätzliche Liquidität begrenzt.

Zur Ermittlung des Beleihungswertes von Sicherheiten einer jeweiligen Gattung werden dieselben Bewertungsparameter (Preise, Stückzinsen, Poolfaktoren, Haircut) wie bei geldpolitischen Operationen angewendet.

Bei einem Auto Collateralisation on flow kann sich ein zu kaufendes notenbankfähiges Wertpapier selbst besichern, sofern die Settlementinstruktionen eine Lieferung in ein für die Auto Collateralisation zugelassenes Wertpapierdepot vorsehen.

Sofern eine seitens von T2S vorgenommen Plausibilitätsprüfung ergibt, dass die Anwendung eines Auto Collateralisation on flow Verfahrens für das zu kaufende Wertpapier nicht zulässig ist, wird im Anschluss darauf die Durchführbarkeit eines Auto Collateralisation on stock Verfahren überprüft, d.h. ob alternativ ein in einem zum Auto Collateralisation zugelassenen Wertpapierdepot eine notenbankfähiges Wertpapier vorhanden ist, dass zur Besicherung genutzt werden kann.

Das T2S Auto Ccollateralisation Verfahren kann während der Night time und der Real Time Settlement Zeiten genutzt werden, allerdings nicht wenn ein Collateral Source Account Namensaktien enthält.

T2S Nutzeranforderungen an das Eurosystem

T2S Verarbeitungszyklen

Das Liquiditätsmanagement in Zentralbankgeld muss sich an den T2S Verarbeitungsfenstern orientieren, denn für die Delivery versus Payment Abwicklung wird auf dem Dedicated Cash Account entsprechende Liquidität benötigt. Seitens T2S wird nach jeder Sequenz ein Settlement Reporting mit den Abwicklungsergebnissen geniert und den jeweiligen T2S Teilnehmern zur Verfügung gestellt.

TARGET2 Securities Verarbeitungszyklen

18:45 Uhr

Tagesbeginn (Start of Day)

» Umstellung Abwicklungstag

» Ausführung Zahlungsaufträge vom TARGET2 PM Konto auf T2S DCA
   (Vorbereitungen für Nachtverarbeitung; Fore Cast Berücksichtigung:
    - Vorhandener Geldsaldo auf T2S DCA

    - Offene Liquiditätstransferaufträge von TS2 DCA an TARGET2 PM Konto

    - Schwebende Abwicklungsinstruktionen

    - Intraday Kredit aus Auto Collateralisation)

19:30 Uhr

Nachtverarbeitung (Night Time Settlement)

» Zwei Zyklen in einer Batchverarbeitung mit mehreren Sequenzen,
   wobei jeder Sequenz bestimmte Transaktionstypen zugeordnet sind:
   Sequenz 0 = Liquiditätsüberträge von TARGET2 nach T2S

   Sequenz 1 = Kapitalmaßnahmen (corporate actions)

   Sequenz 2 = FoP Instruktionen

   Sequenz 3 = Zentralbank Operations

   Sequenz 4 = Verarbeitung aller Instruktionstypen

   Sequenz X = Teilbelieferung (Partial Settlement)

   Sequenz Y = Liquiditätsrückführung im Rahmen der Multiple Liquidity

                       Provider Funktionalität

   Sequenz Z = Liquiditätsüberträge von T2S nach TARGET2

» Real Time Settlement (wenn Nachtverarbeitung vor 3 Uhr abgeschlossen)

03:00 Uhr

Wartungsfenster (Maintenance)

05:00 Uhr

Tagesverarbeitung mit untertägigen Geldüberträgen (Real Time Settlement)

 

14:00 Uhr

» Verarbeitungsfenster für Teilbelieferung (Partial Settlement)

 

15:45 Uhr

» Verarbeitungsfenster für Teilbelieferung (Partial Settlement)

 

16:00 Uhr

» Ende Annahme Instruktionen für Abwicklung Lieferung gegen Zahlung

16:30 Uhr

» Rückführung Selbstbesicherung zwischen Notenbank und Payment Bank

   (manuell bzw via Auto Collateralisation Verfahren)

 

17:40 Uhr

» Ende Bilaterally Agreed Treasury Management
   (Annahmeschluss für besicherte Geldmarktgeschäfte)

 

17:45 Uhr

» Annahmeschluss für Liquiditätsüberträge von TARGET2 nach T2S, danach
  
Liquiditätsrückführung (Cash Sweep) von DCA nach TARGET2

18:00 Uhr

Tagesende (End of Day)

» Annahmeschluss für Securities Settlement Restrictions

» Annahmeschluss für Free of Payment Instruktionen (FoP)

» Erstellung und Versand von Reports

T2S Client Collateralisation

Ähnlich zur T2S Auto Collateralisation wird für die Abwicklung von Geschäften via T2S Client Collateralisation auf T2S Liquidität - jedoch nicht von der Zentralbank an den Marktteilnehmer, sondern vom Marktteilnehmer an seinen Geschäftskunden – bereitgestellt, die sowohl besichert als auch unbesichert sein kann. Eine solche Möglichkeit der Liquiditätssteuerung ist nur über die Verknüpfung von SAC mit DCA via ein secondary CMB möglich. Seitens des Geschäftspartners können 3 Limits aufgesetzt werden, die in der Reihenfolge nacheinander auszuschöpfen sind.

Limits einer nacheinander auszuschöpfenden Reihenfolge

1. External Guarantee Limit

Keine Reservierung von Liquidität sondern lediglich die Festlegung einer Liquiditätsobergrenze die vom DCA auf Grund von Verknüpfung zu SAC für einen DvP Wertpapierabwicklung abfließen darf.

2. Client Collateralisation Limit

Vom Marktteilnehmer gegenüber dem Geschäftskunden festgesetzter Limit zur besicherten Bereitstellung einer Liquidität. Der Gegenwert der Sicherheiten wird vom SAC des Geschäftskunden auf ein im CMB definiertes SAC des Marktteilnehmers gebucht. Der Marktteilnehmer vereinbart mit Geschäftskunden, in welchem Zeitraum der besicherte Kredit zurückzuführen ist.

 

Hinweis: Die Obergrenze der bereitgestellten Liquidität wird auch durch die auf dem DCA des Marktteilnehmers verfügbare Liquidität begrenzt.

3. Unsecured Credit Limit

Vom Marktteilnehmer gegenüber dem Geschäftskunden festgesetzter Limit zur unbesicherten Bereitstellung einer Liquidität

CCBM Korrespondenzzentralbank Modell - Collateral Management

Eine geplante Weiterentwicklung der für die Verwaltung marktfähiger Sicherheiten für die Kreditoperationen des Eurosystems von den Zentralbanken grenzüberschreitend genutzte einheitliche Abwicklungsplattform CCBM (Collateral Central Bank Management) zu CCBM II wurde seitens der EZB im Jahr 2012 gestoppt.

Die benötigten erweiterten Sicherheitenmanagement Funktionalitäten werden stattdessen nun direkt in TARGET2 Securities berücksichtigt. Dezentrale Kreditbeziehung zwischen nationaler Zentralbank und Geschäftspartner bleibt davon unberührt.

TARGET2 Securities - T2S Kontennummerstruktur

Seitens T2S wird für die Identifizierung einer technisch eindeutigen Wertpapierkontonummer (T2S Securities Accounts; sog. SACs) eine Belegung von maximal 35 Stellen zugelassen.

Dem vorgeschlagenen T2S Schema nach sollen hierbei die ersten 4 Stellen (sog. BIC4) eindeutig auf den Zentralverwahrer bzw. auf die nationale Zentralbank schließen lassen. Die restlichen Stellen können zur Abbildung der internen Wertpapierkontonummern des jeweiligen Teilnehmerinstituts mit den zulässigen Zeichen (A bis Z; 0 bis 9) frei belegt werden.

Clearstream Banking Frankfurt AG identifiziert sich bei der T2S Kontonummersystematik mit dem Kürzel DAKV und darauf folgend mit den vergebenen 7-stelligen CBF Wertpapierkontonummern seiner Kunden. Die ersten 4 Stellen der CBF Wertpapierkontonummer entsprechen dem Kontostamm eines CBF Kunden. Ein CBF Hauptkonto ergänzt den Kontostamm rechtsbündig um drei Nullen. Alle von der „000“ abweichenden Zahlenkombinationen sind zum Kontostamm gehörende weitere Unterkonten des Kunden.

Seitens CBF wird in TARGET2 Securities zum T2S Party Model eine 1:1 Zuordnung der 4-stelligen Kundenkontostammnummer vorgenommen. Für die T2S Party wird zudem für jeden CBF Kontostamm die Hinterlegung eines vom jeweiligen CBF Kunden gewünschten 11-stelligen BIC benötigt.

Jedes CBF Depotkonto (d.h. inkl. der Unterkonten) eines Kontostamms wird in T2S mit einem Securities Account (SAC) verknüpft. Für eine Abwicklung nach dem Verfahren „Lieferung gegen Zahlung (DvP)“ muss jedes SAC (Wertpapierkonto) mit mindestens einem T2S Zentralbankgeldkonten (DCA) verknüpft sein.

Ein TARGET2 PM Konto muss wiederum mit mindestes Dedicated Cash Account (DCA) verbunden sein, damit am Tagesende von dem TARGET2 PM Konto eine auf dem DCA (Geldkonto) eventuell vorhandene Liquidität eingezogen werden kann.

T2S Preisliste (Auszug) – Stand Jahr 2015

Settlement Service

Preis

Delivery versus Payment

0,15 EUR pro Instruktion

Free of Payment

0,09 EUR pro Instruktion

Payment Free of Delivery

0,09 EUR pro Instruktion

T2S liquidity transfer

0,09 EUR pro Transfer

Account Aallocation

0,03 EUR pro Instruktion

Matching

0,03 EUR pro Instruktion

Intra-position movement

0,06 EUR pro Transfer

Intra-balance movement

0,06 EUR pro Transfer

…..

…..

Welche dieser Leistungen den Notenbanken und Zentralverwahrern in Rechnung gestellt werden ist detailliert in Kapitel 1.5.6.7 der UDFS geregelt.

Fazit: TARGET2 Securities führt bei den europäischen Wertpapier-abwicklungsprozessen zu einem großen strukturellen Wandel.

Anpassungsbedarf für die Nutzung von TARGET2 Securities

» Technische Prozesse

u.a.

- IT Infrastrukturen, Schnittstellen

- Settlement Verarbeitungszeiten/-läufe

» Fachliche Geschäftsprozesse

u.a.

- Settlement Instruktionen

- Compliance (durch regulatorische EU Vorschriften)

» Wettbewerbs-/Marktstrukturen

u.a.

- Custodian- und Lagerstellenstrukturen

- Gebührenstrukturen/ Provisionen

- Marktsegmente

 

Mehrwert durch die Nutzung von TARGET2 Securities

» Liquiditätsmanagement

Europaweites Liquiditätsmanagement ermöglicht Nutzung eines einzelnen dedizierten Cashkontos sowie Intra-day Liquiditätstransfers innerhalb von T2S.

 

Des Weiteren entlastet die Settlement Umstellung auf T+2 in Europa (= Reduzierung Liquiditätsrisiko) das nach Basel III zu hinterlegende Eigenkapital.

» Collateralmanagement

Erleichterung bei der Nutzung von Überziehungslinien und Kredit Facilität bei Zentralbanken, da die Zentralbankgeldkonten und Wertpapierbestände auf einer Plattform sind und erforderlichen Sicherheiten durch einen Übertrag gestellt werden können.

 

Harmonisierte grenzüberschreitende Kommunikationswege und standardisierte Verfahren für die Belieferung und Verwaltung von notenbankfähigen Sicherheiten

» Settlement

Integrierte Verrechung von Geld und Stücken ohne Kostenunterschied zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Wertpapiertransaktionen.

» Sonstiges

Central Securities Depositories können frei gewählt werden.

 

Operationelle Abwicklungs- und Liquiditätsrisiken werden durch integrierte Marktinfrastrukturen reduziert.

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